|
Sie sind hier: Kreisbauernverband Tettnang / Verbandsnachrichten
Obmännerversammlung im Zeichen des Umbruchverbots
 |
| |  | |
Das von der Landesregierung beschlossene Umbruchverbot von Grünland war Hauptthema der traditionellen Obmännerversammlung des Kreisbauernverbandes Tettnang. Kreisobmann Dieter Mainberger brachte hierzu seinen persönlichen Frust und die Missstimmung der Bauernschaft am Bodensee zum Ausdruck: „Es wird mit dem Eigentum der Bauern umgegangen, wie wenn es nichts wert wäre“. Obwohl er im Vorfeld zusammen mit anderen Landwirtschaftsvertretern auf die grün-roten Abgeordneten der Landesregierung zugegangen sei und auch deren Verständnis für eine Sonderregelung erwirkt habe, sei nun bei der rückwirkenden Gesetzgebung zum 1. Juli 2011 der Sonderkulturbereich komplett unberücksichtigt geblieben. „Dies ist ein immenser Nachteil für die Obst- und Hopfenbauern am See, den wir so überhaupt nicht akzeptieren werden“, wetterte der Bauernchef. Aus seiner Sicht sind die Bodenseebauern in ihrer künftigen betrieblichen Entwicklung und Flexibilität durch dieses Gesetz stark beeinträchtigt und sogar benachteiligt. Demzufolge wurde auch eine Resolution von allen Obmännern unterzeichnet, die eine klare Nachbesserung im Ministerium fordert.
Mit Sorge sah Mainberger auch die EU - Agrarpolitik nach 2013. Durch die geplante Neu – und Umverteilung der Zahlungsansprüche ab 2014 sei eine so genannte „Greening- Komponente“ zu beachten, die wieder mehr Bürokratie und Undurchsichtigkeit mit sich bringe.
Positive Nachrichten hatten dagegen Thomas Röhm vom Forstamt und Karl - Georg Gessler vom Bergpracht Milchwerk zu vermelden. Sowohl der Holz - wie auch Milchmarkt sei erfreulich stabil. Besonders bei Milch, Butter und Käse sei durch die wachsende Weltbevölkerung auch ein steigender Absatz mittelfristig zu erwarten.
Der neue Leiter des Landwirtschaftsamtes Dr. Hermann Gabele ging nach einer persönlichen Vorstellung besonders auf die Neuregelungen beim Gemeinsamen Antragsverfahren und bei der Agrarinvestitionsförderung ein. So soll im kommenden Jahr die Antragstellung vorwiegend über das Internet forciert werden. Bauern ohne ausreichende Internetverbindung und Technik können aber nach wie vor beim Landwirtschaftsamt Hilfestellung erhalten. Da das Geld des Landes bei der Investitionsförderung nicht ausreichend ist, werden künftig auch hier die Regelsätze um 5 Prozent zurückgefahren.
13.12.2011
Artikel versenden Artikel ausdrucken |